Eine Niederlage tut immer weh. Eine im Sachsen-Anhalt-Derby noch mehr. Die SBB Baskets haben gestern Abend mit 68:74 (37:29) bei den Aschersleben Tigers verloren und wurden als Tabellenführer der 1.Regionalliga Nord vorerst gestürzt. Fast 26 Minuten haben die Wolmirstedter Jungs im Spiel geführt, die Tigers nur gut 11 Minuten. Aber sie hatten am Anfang und am Ende das Momentum auf ihrer Seite.

„Das (Fehlen von Jordan Talbert) kann keine Ausrede sein, dass wir das Spiel verloren haben. Wir sind tief genug besetzt, um so einen Ausfall zu kompensieren und gegen Aschersleben zu gewinnen.“

Kurzfristig war Leistungsträger Jordan Talbert nach einer Trainingsverletzung (von innen und außen genähte Wunde im Mundraum) ausgefallen und er konnte nur als Co-Trainer auf der Baskets-Bank im Derby sein. „Man hat gemerkt, dass den Wolmirstedtern ihr Ami gefehlt hat“, sagte Tigers Trainer Christian Schäfer nach dem Abpfiff. Baskets-Headcoach Eiko Potthast zum Verzicht auf Jordan: „Klar hat er uns gefehlt, gerade in der entscheidenden Crunchtime, aber das kann keine Ausrede sein, dass wir das Spiel verloren haben. Wir sind tief genug besetzt, um so einen Ausfall zu kompensieren und gegen Aschersleben zu gewinnen.“

Mit einem Fehlstart ging das Derby für die SBB Baskets los. Aus einem 0:8-Rückstand wurde aber mit einem eigenen 10:0-Lauf eine 10:8-Führung. „Nach einem schlechten Start haben wir ganz gut unseren Rhythmus gefunden und in den letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit weitesgehend das Spiel kontrolliert. Aber kurz vor Ende der ersten Hälfte haben wir mit einfachen Fehlern einen größeren Vorspung als 37:29 aus der Hand gegeben“, analysiert Baskets-Headcoach Eiko Potthast. So konnten die Aschersleben Tigers mit ein bisschen neuer Hoffnung zum Pausentee in die Kabinen gehen.

Das Spiel begann in der zweiten, wie die erste Halbzeit endete. Bei den SBB Baskets häuften sich viele Fehler. Schon in der 25. Minute waren die Tigers auf 42:43 dran. Eiko Potthast: „Das war wieder eine Phase von fünf Minuten im Spiel, wo wir nicht unseren besten Basketball spielen. Mit unseren Fehlern haben wir den Gegner wieder ins Spiel eingeladen.“ Der „Tigerkäfig“ war da und unterstützte seine Ascherslebener nach Kräften. Aber die SBB Baskets blieben auch mit ihren Fans im Rücken nach dem dritten Viertel mit 52:50 vorn. Aber es war ein gefährliches Spiel. Das spürte man von Minute zu Minute. Die letzten zehn Derby-Minuten waren echt nichts für schwache Nerven, ein Wechselbad der Basketball-Gefühle. Die Tigers haben einen 10:0-Lauf und gehen wieder, nach dem erfolgreichen Auftakt, im Derby mit 56:52 (32. Minute) in Führung. Folgerichtig das Timeout von der Baskets-Bank. Nach 35 Minuten stand es 61:59 für die Tigers. In die letzten fünf Minuten des Derbys kamen die Baskets besser rein. Ein Zweier von Max Rockmann und Deji Adekunle mit einem Dunk trafen zum 63:61 für die Wolmirstedter. Die Tigers konterten 1:42 Minuten vor Ende zum 63:68 aus Baskets-Sicht. Die SBB Baskets versuchten in den letzten Sekunden noch sich über zeitstoppende Fouls und schnell abgeschlossene Angriffe eine Chance zu erarbeiten, aber Aschersleben traf sicher von der Freiwurflinie zum 68:74 Endstand.

„Wir haben viel liegen gelassen in dieser entscheidenden Phase. Offene Würfe nicht getroffen, einfache Fehler gemacht.“

„Wir haben viel liegen gelassen in dieser entscheidenden Phase. Offene Würfe nicht getroffen, einfache Fehler gemacht. Bei Aschersleben war dann das Gegenteil der Fall: Sie haben die wichtigen Würfe getroffen“, blickt Eiko Potthast auf einen großen Kampf und ein knappes Spiel zurück. Er gratulierte fair dem Derbysieger: „Aschersleben hat verdient gewonnen.“ Morgen Vormittag steht schon Shooting auf dem Trainingsplan der SBB Baskets. Auch von der Freiwurflinie hatte das Team im Derby einen gebrauchten Tag. Die Tigers hatten eine Quote von 69,6 Prozent (16 von 23), die Baskets nur 41,7 Prozent (5 von 12). „Wir haben heute unsere Freiwürfe getroffen und gewonnen. Vergangene Woche war das noch anders und wir verloren in der Overtime im Heimspiel gegen Hannover“, freute sich Tigers-Trainer Christian Schäfer. Die Chance auswärts zu gewinnen haben die SBB Baskets (6 Punkte aus 4 Spielen) wieder am kommenden Samstag (19.30 Uhr) beim neuen Spitzenreiter TSV Neustadt temps Shooters. Die Niedersachsen haben momentan 8 Punkte aus 5 Spielen auf dem Konto.

Headcoach Eiko Potthast: „Wir müssen und werden unsere Lehren aus der Derby-Niederlage in Aschersleben ziehen, ohne alles in Frage zu stellen. Wir hatten auch positive Sachen im Spiel.“

Die Rückkehr von Jordan Talbert auf die Platte steht auch an.

Viertelstände (Aschersleben Tigers vs SBB Baskets): 12:18, 17:19, 21:15, 24:16

Die Topleistungen der SBB Baskets: Joe Hart 16 Punkte, 3 Steals, Effektivität 17. Tomislav Gabric 9 Rebounds, Philipp Lieser 7 Assists, Deji Adekunle 3 Blocked Shots.

Die Topleistungen der Aschersleben Tigers: Ionescu 16 Punkte, Kazlauskas 15 Punkte, Barovic 14 Punkte, er hatte auch 13 Rebounds, 6 Assists und Effektivität 26.

Punkteverteilung SBB Baskets: Hart (16), Rockmann (15), Adekunle (10), Lieser (8), Wascher (6), Lungongo (6), Woods (3), von Waaden (3), Lazic (1), Gabric (0). Im Aufgebot: Günther