Tatort Halle der Freundschaft. In Wolmirstedt war der Sonntagskrimi schon am Samstagabend. Die SBB Baskets (2.) haben ein kleines Finale im Aufstiegskampf der 1.Basketball-Regionalliga Nord mit 76:68 (41:27) gegen den Tabellendritten Aschersleben Tigers BC gewonnen.

„Es war ein sehr, sehr gutes Basketballspiel“

Was für ein Herzschlag-Landesderby. Ein atemberaubender Sieg, eine mit über 1.000 Zuschauern ausverkaufte Halle der Freundschaft, eine tolle Stimmung der Baskets- und Tigers-Fans, alles komplett im Livestream beim MDR übertragen. Danke an ALLE für ein geiles Event. „Es war ein sehr, sehr gutes Basketballspiel“, atmete Baskets-Headcoach Eiko Potthast in seiner Trainerkabine nach dem Abpfiff erst einmal ganz ganz tief durch. Zeit um ein bisschen zum verschnaufen. Am kommenden Samstag um 18.30 Uhr wird die HdF in Wolmirstedt bei SBB Baskets vs. TSV Neustadt temps Shooters (6.) wieder beben.

Gestern war es ein begeisternder, sehr intensiver Fight in einem Phasenspiel mit Aufs und Abs. Max Rockmann mit 21 Punkten für die Baskets und Lukas Kazlauskas mit 17 Punkten für die Tigers waren die Topscorer in der Top-Partie. Nach der 68:74-Niederlage in der Hinrunde in Aschersleben war alles bereit für die Aufholjagd der Baskets im Aufstiegskampf. Kurz vorm Tip-Off stimmte sich die HdF bei der Premiere der neuen Vereinshymne „Baskets forever“ von Roger Altenburg und seinem Kinderchor aus „Baskets Ice“ Cheerleadern und „Bühnenmäusen“ auf heiße 40 Spielminuten ein.

Den besseren Start hatten die Baskets mit der Starting Five Philipp Lieser, Deji Adekunle, Jordan Talbert, Max Rockmann und Tomislav Gabric. Dem 0:2-Rückstand folgte ein 8:0-Run. Nach fünf Minuten waren die Wolmirstedter Jungs 10:4 und am Ende des 1.Viertels mit 24:13 vorn. Es lief nach Plan. Trainer Eiko Potthast: „In der 1.Halbzeit haben wir sehr intensiv und konzentriert verteidigt. Im Angriff haben wir die richtigen Lösungen gefunden.“ Über 32:21 (15.) und 41:27 blieb der Vorsprung der Baskets gegen die Tigers konstant bis zur Pause. „Vielleicht hätten wir die Dreier mit nur 2 von 9 und die Freiwürfe mit 7 von 14 besser werfen können. Dann kann die Führung nach 20 Minuten deutlicher sein“, sagte der Baskets-Headcoach Eiko Potthast.

„Wir hatten fünf, sechs schwache Minuten. Danach haben wir uns Minute für Minute zurück gefightet.“

Aber es schien alles im Griff, die Baskets konnten die Tigers zähmen. Aber denkste. Wild wie Raubtiere es sind, kamen die Aschersleber aus der Kabine zurück auf die Platte. Das Blatt wendete sich plötzlich total. Die Tigers im Flow, kamen ins Spiel zurück und schockten die Baskets und die Fans. Bei 43:34 nahm Eiko Potthast eine Auszeit, er wollte das Momentum der Tigers stoppen. Doch die hatten Blut geleckt. Von 48:36 bekamen die Baskets einen 0:15-Einbruch und Aschersleben führte 51:48 in Wolmirstedt. Bis auf die jubelnden Tigers-Fans dachten alle Zuschauer, im falschen Spielfilm zu sein. „Zum 3.Viertel kam Aschersleben wahnsinnig aggressiv und intensiv aus der Kabine raus. Das hat uns etwas Probleme bereitet. Dann wurde es ein Spiel, was sich über Kampf entscheidet. Wir hatten fünf, sechs schwache Minuten. Danach haben wir uns Minute für Minute zurück gefightet, haben uns jedem Ball hinterher geworfen“, analysiert Baskets Headcoach Eiko Potthast die kritische Phase im Derby. Vom dem Ab ging es zum Auf. Nach 30 Minuten führten die Wolmirstedter Jungs hauchdünn 55:54.

„Das fängt auf dem Spielfeld an, geht auf die Bank über, nimmt die Fans mit. Alle haben einen wahnsinninig guten Job gemacht.“

In der kurzen Viertel-Pause gab es noch einen Stimmungs-Aufheizer. Das Trikot von Baskets-Aufstiegshelden Steven Monse wurde in der „Hall of Fame“ verewigt. Die Halle war da, der Krimi wurde längst zu einem Thriller. Die Baskets legten einen 9:0-Run zum 64:56 hin. Das Momentum wechselte von Aschersleber wieder auf die Wolmirstedter Seite. Trainer Eiko Potthast: „Zum Ende haben wir die Nerven behalten, waren ein bisschen abgezockter als Aschersleben. Klar, der Druck auf die Jungs im Aufstiegskampf ist groß und wird nicht kleiner. Letzte Woche mussten wir gegen ETV Basketball gewinnen und nach der Niederlage (86:92, d.R.) an diesem Wochenende gegen Aschersleben um so mehr. Auch wenn man kein Wurfglück, muss man immer weiter kämpfen. Nur 20 Prozent Dreierquote mit 5 von 25 und nur 17 von 28 Freiwürfen getroffen, tut halt weh. Aber so ein Sieg wie jetzt im Derby gegen die Tigers ist eine Teamleistung. Das fängt auf dem Spielfeld an, geht auf die Bank über, nimmt die Fans mit. Alle haben einen wahnsinninig guten Job gemacht.“

Bei 35 Minuten Führung im Spiel war der Sieg am Ende ohne Frage absolut verdient. Mit dem 76:68 haben die Baskets nach dem 68:74 in Aschersleben auch den direkten Vergleich gewonnen, wichtig bei eventueller Punktgleichheit am Saisonende. Es hat alles gepasst beim Samstagabend-Krimi in der HdF. Ein Basketball-Derby, das keiner der über 1.000 Zuschauer so schnell vergisst! Viele sind auch Sonntagfrüh noch mit Ganzkörper-Gänsehaut auf gewacht.

Die Viertelstände SBB Baskets vs Tigers: 24:13, 17:14, 14:27, 21:14

Die Topleistungen der SBB Baskets: Max Rockmann 21 Punkte, Effektivität 20, Jordan Talbert 10 Rebounds, 2 Steals, 2 Blocked Shots, Philipp Lieser 9 Assists

Die Punkteverteilung der SBB Baskets: Max Rockmann (21), Jordan Talbert (17), Philipp Lieser (13), Joe Hart (10), Felix Neumann (6), Deji Adekunle (5), Linus Wascher (4).