Am Ende wurde es immer mehr ein Basketball-Thriller. Wichtig war dann der Sieg. Die SBB Baskets haben am Samstagabend mit 85:80 (54:41) gegen die Red Dragons Königs Wusterhausen im Ostderby der 1.Regionalliga Nord in der heimischen Halle der Freundschaft gewonnen. Die beiden Berliner Freunde waren die Topscorer. Max Rockmann mit 18 Punkten für die Baskets und Nico Adamczak mit 26 Punkten, dazu 10 Rebounds und Effektivität von 28, für die Dragons agierten als Hauptdarsteller in dem Hochspannungsduell.

„Dass wir 16 und Wolmirstedt 33 Freiwürfe bekommen, spricht dafür wer den Heimvorteil hatte.“

„Als Underdog haben wir uns gut geschlagen und 19 Punkte aufgeholt. Bei unserem kleineren Kader mit vielen Nachwuchsspielern fehlten dann irgendwann die Kräfte. Das wir 16 und Wolmirstedt 33 Freiwürfe bekommen, spricht dafür wer den Heimvorteil hatte.“, sagte Dragons Trainer Michael Opitz unmittelbar nach Abpfiff. Baskets Headcoach Eiko Potthast blickte auch schon voraus: „Am nächsten Samstag beim Tabellendritten in Göttingen dürfen wir uns keine 6, 7 Minuten Ausfall erlauben.“ In den kompletten 40 Spielminuten gestern hatten die Dragons 12 Sekunden geführt, aber das hätte fast ein ganzes Match kippen können.

„Spielen wir so, kann uns niemand stoppen.“

Am Anfang sah es nach einer ganz klaren Sache aus für die Wolmirstedter Jungs, die mit der Starting Five Deji Adekunle, Max Rockmann, Jordan Talbert, Dominick von Waaden und Philipp Lieser loslegten. Über 5:0, 9:3, ging es nach einem Dreier von Max Rockmann zur 15:6-Führung. 20:8, 25:10 (Dreier von Joe Hart) folgten bis zum 33:17 nach dem 1.Viertel. Ein super Spiel mit überragender Dreierquote von 60 Prozent. Alle eingesetzten Baskets-Spieler waren im Plus bei der Effektivität. „Spielen wir so, kann uns niemand stoppen. Aber es passiert uns zuletzt immer wieder, dass wir dann den Gegner zurück ins Spiel lassen“, sagte Baskets-Center Felix Neumann. „Unser Problem war das 1.Viertel. Da haben wir die Baskets nicht stoppen können. Es ist dann schwer, wenn du die ganze Zeit aufholen musst, fehlen die Kräfte am Ende“, analysierte Wusterhausens Nico Adamczak. Der Blondzopf hatte spürbar riesen Bock (stand fast 38 Minuten auf der Platte) auf das Wiedersehen in der früheren Heimat Wolmirstedt. Nico Adamczak: „Auf das Spiel habe ich mich sehr gefreut, denn es war damals kein schöner Abschied nach meiner Zeit bei den Baskets. Es war nie mein Wunsch, Wolmirstedt zu verlassen. Jetzt werde ich am Saisonende bei den Dragons kürzertreten und wollte bei meinem letzten Spiel hier in dieser Halle allen noch einmal ein gutes Spiel zeigen.“ Es wurde eine überragende Performance. „Er hat schwere Würfe getroffen, wir haben ihm aber auch einige offene Würfe zu viel zugelassen“, sagte Baskets Headcoch Eiko Potthast.

„Es passiert uns leider ein bisschen häufig, dass wir zu viele Läufe des Gegners abgeben.“

Im 2.Viertel war das Spiel ausgeglichen, die Baskets hielten die Dragons auf Abstand. „Wir haben das Spiel verwaltet“, sagt Eiko Potthast. Ein Stimmungs-Anheizer war der Dreier von Baskets-Eigengewächs Linus Wascher zum 49:32 (16.). Noch lief es überwiegend in erwarteten Bahnen. Aber im 3.Viertel machen die SBB Baskets in den ersten 9 Minuten nur 13 Punkte. Ungläubiges Staunen auf den wieder sehr gut gefüllten Tribünen in der „HdF“. Die Baskets nehmen beim 57:51 eine Auszeit. Aber Nico Adamczak brachte die Dragons mit drei Dreiern (bis dahin 6 von 11 und 54,5 Prozent Quote) in Folge!!! auf 62:60 (28.) ran. Mit 70:64 ging es dann in die letzte kurze Pause. Eiko Potthast: „Es passiert uns leider ein bisschen häufig, dass wir zu viele Läufe des Gegners abgeben. Und dann dauert es oft zu lange, diese Läufe wieder zu stoppen. Es fehlt uns offensichtlich im Angriff die Entschlossenheit.“ Anscheinend hatten die Baskets in den Modus Urlaubstempo geschaltet, das Level der ersten 10 Minuten konnte nicht annähernd gehalten werden. Vom Plan, 40 Minuten Vollgas zu geben, war nichts zu spüren.

„Max hat kühlen Kopf bei den beiden Freiwürfen behalten und dann den so wichtigen freien Wurf getroffen.“

Es war schon da ein enges Match. Nach 74:71 lagen die Baskets mit 74:75 (37.) hinten. Wieder eine Auszeit mit Ansagen vom Headcoach Eiko Potthast musste her. Nach dem 77:77 war dann „Rocky-Time“. Mit fünf Punkten in Folge brachte Max Rockmann wieder etwas Luft rein zum 82:77 vor den letzten 53 Sekunden. Eiko Potthast: „Max hat kühlen Kopf bei den beiden Freiwürfen behalten und dann den so wichtigen freien Wurf getroffen.“ Auszeit Dragons. Aber Jordan Talbert machte mit seinem Zweier und dem Freiwurf zum 85:77 den Deckel drauf. Das Plumpsen der Steine hat man bei Team, Unterstützern und Fans bis runter zur Ohre gehört. Am nächsten Samstag brauchen unsere SBB Baskets dann ein konstantes Spiel beim ASC 46 Göttingen. Ohne Extrem-Ausschläge in der Leistungskurve nach unten.

Die Viertelstände SBB Baskets vs Red Dragons: 33:17, 21:24, 16:23, 15:16

Die Topleistungen der SBB Baskets: Max Rockmann 18 Punkte, Jordan Talbert 6 Rebounds, 1 Blocked Shot, Effektivität 19, Philipp Lieser 5 Assists, Felix Neumann 2 Steals

Die Punkteverteilung der SBB Baskets: Max Rockmann (18), Jordan Talbert (16), Joe Hart (11), Felix Neumann (11), Deji Adekunle (7), Steffen Haufs (7), Philipp Lieser (7), Linus Wascher (6), Dominick von Waaden (2).